1900
Spannungsreiche Zeiten nach dem Ende des Alten Reiches: In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ist das Verhältnis zwischen Staat und katholischer Kirche nicht gerade das Beste. In vielen gesellschaftlichen Bereichen, in Bildung, öffentlicher Verwaltung und Militär etwa, sind Katholiken deutlich unterrepräsentiert. Staatliche Maßnahmen gegen die Kirche rufen deren Widerspruch hervor. Nicht ohne Folgen: 1837 setzen die Preußen den Kölner Erzbischof in Festungshaft – ein ungeheuerlicher Vorgang….
Die Katholiken nutzen alle Mittel der bürgerlichen Koalitionsfreiheit. Das Gebot der Stunde hieß: Mobilisierung und Organisation. Sie gründen Vereine, Verbände und Zeitungen, treffen sich 1848 zum “1. Deutschen Katholikentag” in Mainz. Zur Lesung der Grundrechte in der Frankfurter Nationalversammlung bringen sie neun Zehntel aller Petitionen ein. Für die Freiheit der Religion und der Kirche. Es beginnt das “Jahrhundert der katholischen Sammlung”.